Status Windenergie in Deutschland

Kurzinfo Windenergie

 

Mit dem Energiekonzept der Bundesrepublik werden Antworten darauf gegeben, wie zukünftig die weitere Energieversorgung gestaltet werden soll. Dabei müssen die Potenziale der verschiedenen regenerativen Energieformen - Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie und Geothermie entsprechend ihrem Stand der Technik umfassend genutzt werden, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.

 

Die erneuerbaren Energien stellen heute rund 10,1% der Primärenergie und 16,1 % des verbrauchten Stroms. Nachdem die Potenziale der Wasserkraft in Deutschland bereits zu einem großen Teil erschlossen sind, bestehen die größten Ausbaupotentiale derzeit in der der Windenergie. Die technische Entwicklung ist hier weit fortgeschritten und beslastbare Erfahrungen mit der Technik liegen vor.

 

Windenergieanlagen nutzen die Bewegungsenergie des Windes, die durch unterschiedliche Luftdruckverhältnisse in der Nähe der Erdoberfläche entsteht.  In Deutschland dienen Windenergieanlagen ausschließlich der netzgekoppelten Erzeugung von Elektrizität. Moderne Windenergieanlagen nutzen das Auftriebsprinzip anstatt des Widerstandsprinzips. Sie setzen dem Wind kein Widerstand entgegen, sondern der Wind erzeugt beim Vorbeitströmen an den Flügeln der Anlage einen Auftrieb, der Flügel der Anlage in Rotation versetzt.

 

Im Jahr 1990 wurden in Deutschland noch 948 Mio. Tonnen CO2 emittiert, während es im Jahr 2009 noch 774 Mio. Tonnen waren. Im Jahr 2009 hat die Windenergienutzung in Deutschland bereits rund 30 Mio. t CO2 eingespart. Bis zum Jahr 2025 soll der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung auf 25 % steigen, bezogen auf den heutigen Stromverbrauch. Dies allein würden unsere Kohlendioxid-Emision bereits um 20% vermindern. So wird in beeindruckender Weise die Bedeutzung der Windenergie für den Klimaschutz deutlich.

 

Entwicklung der Windenergienutzung

Im Energiemix der Zukunft zum Erreichen einer nahzu CO2-freien Stromerzeugung in Deutschland bis 2050 wird die Windenergie die zentrale Rolle übernehmen. Im Jahr 2009 wurden 952 neue Windenergieanlagen errichtet. Damit waren Ende 2009 in Deutschland insg. 21.164 Windkraftanlagen mit einer elektrischen Leistung von 25.777 MW installiert. Um den Ausbau der Windenergienutzung weiteren Ausbau an geeigneten Landstandorten und dem Ersatz alter, kleinerer Anlagen durch moderne und leistungsstärkere Anlagen - dem sog. Repowering - auch der schrittweise Ausbau der Windenergie auf See - der sogenannten Offshore-Windenergienutzung-weiterentwickelt.

 

Windenergienutzung auf See

Seit dem 12. August 2009 speisen die ersten Offshore-Windenergieanlagen Strom in das deutsche Versorgungsnetz ein. Am 27. April 2009 sind im Offshore-Testfeld Alpha Ventus, in 30 m Wassertiefe und 45 km nördlich der Insel Borkum insgesamt 12 Windenergieanlagen in Betrieb gegangen. Allein mit diesen Anlagen kann der Strombedarf von rund 50.000 Haushalten gedeckt werden. Alpha Ventus markiert den Start der Offshore-Windenergienutzung in Deutschland. Mit dem Bau und dem Betrieb des ersten Offshore-Windparks in deutschen Gewässern sollen Erfahrungen gewonnen werden, von denen alle künftigen Offshore-Windparks profitieren können. Das Bundesumweltministerium hat deshalb eine Forschungsinitiative gestartet und wir die Forschung im Testfeld mit insges. 50 Mio. Euro unterstützen.

 

Im ersten kommerziellen Hochsee-Windpark in der deutschen Nordsee, "BARD Offshore 1", rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum, ist jetzt die 17. Windkraftanlage errichtet. Das erste sogenannte Cluster mit acht Windkraftanlagen speist Strom ins Netz.

 

Gemäß der Strategie der Bundesregierung zur Windenergienutzung auf See sollen aus der Nutzung der Offshore-Windenergie langfristig, d.h. bis 2025 bzw. 2030, bei Erreichen der Wirtschaftslichkeit etwa 20.000 bis 25.000 Megawatt installierter Leistung ins Netz einspeisen erzielt werden.

 

Damit soll die Windenergienutzung auf See bis zum Jahr 2025 einen Anteil an der Stromerzeugung, bezogen auf den heutigen Stromverbrauch, von 15% erreichen. Der Anteil der Windenergienutzung an Land wird mit 10% deutlich unter dem der Offshore-Nutzung liegen.

 

Der Ausbau dieser Energieform wird umwelt- und natur-sowie volkswirtschaftlich verträglich gestaltet und soll stufenweise erfolgen.

 

Nutzen und Kosten der Windenergie

Der Gesamtumsatz der Windenergiebranche belief sich im Jahr 2009 auf 5,8 Mrd. Euro. Bei den erneuerbaren Energien wurden in den vergangenen Jahren insg. rd. 300.500 Arbeitsplätze geschaffen. Allein im Bereich der Windenergie gibt es derzeit rund 87.000 Arbeitsplätze.

 

Die Ansiedlung von weltweit agierenden Firmen führt zu positiven Beschäftigungs-Effekten für Deutschland. An Produktions- und Entwicklungsstandorten - so beispielsweise in Cuxhaven und Bremerhaven - bestimmt die Windenergiebranche durch die Schaffung zukunftsorientierter Arbeitsplätze nachhaltig die Arbeitsmarktsstruktur.

 

(Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

"Erneuerbare Energien")